Sonntag, 26. Juli 2009

Licht - Wolke - Bach *

Stille. Atmen. Gemeinsamkeit. Aus dem Raum der Offenheit
erklingt ein Ton... zwei Töne... ein Zusammenklang... und verklingt.
Harmonische Texturen von kristalliner Schönheit im Pianissimo.
Irdische Wahrheit, Erdwissen im sanften Summen der Tiefe.
Dröhnende Ahnungen - leuchtende Visionen.
An die Stelle von Ausdruck und Mitteilung tritt pures Sein im Klang.

Zwischen null und vierhundert Menschen umfasst das Publikum
des Pianisten Alexander Goretzki. Aus einer kollektiven Stille, die
wie ein reinigendes Bad jeden Besucher, jede Besucherin in ihren
inneren Raum einlädt, steigt allmählich der Klang des Flügels hervor.
Energetische Bewegungen, ungelöste Spannungen, offene Fragen
werden in klingende Felder verwandelt und so einer visionären
Integration entgegengetragen.

Die Geräusche der allgemeinverbindlichen Wirklichkeit werden
ebenso als Aspekte einer höheren Schwingungsebene erfahrbar
gemacht wie das energetische Feld der Zuhörer und Zuhörerinnen.
Der Begriff der Gruppendynamik erfährt hier eine zeitgemässe,
feinstoffliche Kontur. "Dynamik" - Lautstärke - wird nun verstanden
als Maßeinheit der universellen Kraft, an der alle teilhaben
und die von allen mitgetragen wird.


Vogelgesang, das Rauschen der Bäume, der Fluss des Verkehrs,
das Atmen der Menschheit.

Jenseits aller begrenzenden Stilauffassungen erwächst
aus dem Kraftfeld der Gemeinschaft heraus eine im Moment
entstehende und vergehende Musik der Seelen, ein Reigen
seliger Geister, ein Engelsgruß.



* diese drei Worte hat der Schweizer Dichter
Albert Steffen so zart aneinandergereiht...

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